“Bei der Produktion von Gedanken ist das Bewusstsein auf bestimmte Gehirntätigkeiten angewiesen, aber die Gehirntätigkeiten sind nicht die Gedanken!”
(G. Kneer und A. Nassehi, Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme, S. 62, Wilhelm Fink GmbH & Co Verlags AG, Paderborn 1993)
Das Sichtbare ist nicht das Unsichtbare und das Unsichtbare ist nicht das Sichtbare. In der Filmerfahrung bedingen sie aber einander. Wir nehmen das Sichtbare wahr, erleben aber das Unsichtbare. Der Film besteht aus dem, was ist – dem Sichtbaren. Und da beginnt das Problem.
Bei Screenings, die sich an ein spezifisch Montageinteressiertes (Fach-) Publikum wenden, kann ein interessantes Phänomen beobachtet werden: Die anschließende Fragerunde gestaltet sich höflich zurückhaltend und kommt meist schwer in Gang. Es dauert dann nicht lange, bis die erste Frage nach der Länge des Rohmaterials gestellt wird; oder auch nach der Zeit, die der Montageschaffende im Schnittraum verbracht hat oder (wenn‘s schlimm kommt) die beim Dokfilm allseits beliebte Frage danach, wie es den Protagonisten heute denn gehen würde…
Diese Fragen sind vergleichbar wie das Reden über das Wetter. Man weiß nicht worüber man reden/fragen soll und versucht, so erstmal eine Kommunikation in Gang zu setzen. Es ist einfacher etwas über Montage zu sagen als danach zu fragen. Warum? Read the rest of this entry »